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Mexiko Republik und Kaiserreich

Das Ende der spanischen Kolonialzeit


Seit 1535 ist Mexiko Teil des Vizekönigreiches Neuspanien. Zu diesem Gebiet gehören alle Lateinamerikanischen Gebiete Spaniens und die Philippinen. Die Kolonialzeit ist geprägt von der Unterdrückung der Ureinwohner (Azteken, Tolteken, Maya und Andere). Die großen Silbervorkommen Mexikos sichern Spanien einen steten Zufluss an Reichtum.

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Mexiko und Napoleon


1805 wird Napoleon Bonaparte zum Französischen Kaiser proklamiert und überzieht Europa mit Krieg. Mexiko ist von den Kriegshandlungen nicht unmittelbar betroffen, die Vorgänge tangieren Mexiko jedoch dahingehend, dass Napoleon den Spanischen König absetzt und seinen Bruder zum neuen Spanischen König erhebt. Joseph Bonaparte wird dadurch auch zum Staatsoberhaupt des Vizekönigreiches Neuspanien.

In Mexiko nehmen die Konflikte zwischen den Criollos (Kreolen) und den in Spanien geborenen und durch die spanische Krone eingesetzten Oberschicht zu. Durch die Absetzung des spanischen Königs Karl IV. und seinem Thronfolger Ferdinand VII. durch Napoleon ermutigt, beginnen die Criollos 1810 einen Aufstand gegen die spanische Herrschaft. Der Priester der Stadt Dolores, welche sich heute noch als Schmiede der mexikanischen Unabhängigkeit bezeichnet, Miguel Hidalgo ruft am 16. September 1810 vor seiner Kirche zum Aufstand gegen die spanische Herrschaft auf. Hidalgo wird am 30. Juli 1811 von den Spaniern hingerichtet. Die Revolution ist daraufhin in die Hände von Jose Maria Morelos y Pavon übergegangen. Morelos y Pavon ist ein Schüler Hidalgos gewesen. Er ist es auch, der die Unabhängigkeit Mexikos am 6. November 1813 in Chilpancingo proklamiert. Die folgenden Jahre sind geprägt von Kämpfen zwischen den Criollos und den Spaniern. In Spanien herrscht seit 1814 wieder der spanische König Ferdinand VII., nachdem Napoleon endgültig besiegt worden ist.

Die Unabhängigkeit Mexikos


Den entscheidenden Vorteil für die Unabhängigkeitsbewegung bringt das Überlaufen des spanischen Generals Augustin de Irtubide. Er ist es auch, der zusammen mit dem Unabhängigkeitskämpfer Guerrero eine Frühform der mexikanischen Verfassung entwickelt. Im Vertrag von Cordoba von 1821 bestätigt der neue Vizekönig von Neuspanien und Irtubide die Unabhängigkeit Mexikos von Spanien. Irtubide erklärte sich daraufhin zum Kaiser von Mexiko und hat sich zu diesem auch krönen lassen. Bereits 1823 wird Irtubide abgesetzt und eine republikanische Verfassung angenommen. Erster Präsident Mexikos wird Guadelupe Victoria. Zu dieser Zeit umfasst Mexiko in der Fläche das heutige Staatsgebiet Mexikos und die heute US-Amerikanischen Bundesstaaten Texas, New Mexiko, Nevada, Arizona, Kalifornien, Utah und Teile von Kansas, Wyoming und Colorado.

Amerikanisch-Mexikanischer Krieg


Die folgenden Jahre sind von politischer Instabilität geprägt. Diese Instabilität mit den vielen wechselnden mexikanischen Präsidenten haben sich die US-Amerikaner zu nutzen gemacht. In diversen Schlachten haben sie immer mehr mexikanisches Staatsgebiet erobert. Zusätzlich zu den in Schlachten verlorenen Gebieten, werden auch mexikanische Gebiete durch den Korrupten mexikanischen Präsidenten Antonio Lopez de Santa Anna an die USA verkauft, welche zum Teil lächerlich geringe Preise für Kalifornien und andere Teile Mexikos gezahlt haben. Die Hochzeit dieses US-Amerikanisch-Mexikanischen Konfliktes ist der Amerikanisch-Mexikanische Krieg zwischen 1846 und 1848. Santa Anna wird 1855 abgesetzt und es folgt ein Bürgerkrieg zwischen Liberalen und Konservativen. Die Liberalen stehen zur Republik, die Konservativen wollen eine Monarchie einführen.

Die Zeit bis zur mexikanischen Revolution


Der Bürgerkrieg endet 1861. Präsident wird, der noch heute in Mexiko verehrte, Benito Juarez. Durch den Bürgerkrieg ist Mexiko als Staat faktisch zahlungsunfähig. In einem Beschluss des Parlaments wird am 17. Juli 1861 festgelegt, dass keine Auslandsschulden Mexikos mehr beglichen werden. Dies führt zum Londoner Vertrag, in dem Spanien, Frankreich und Großbritannien eine Allianz gegen Mexiko schmieden mit dem Ziel ausstehende Zahlungen Mexikos gegebenenfalls auch mit Gewalt einzutreiben. Frankreich spielt mit seinen Verbündeten jedoch ein falsches Spiel. Schnell wird klar, dass es das Ziel der Franzosen ist, Mexiko zu erobern. Spanien und Frankreich ziehen sich daraufhin aus Mexiko zurück. 1863 erobern die Franzosen Mexiko-Stadt. Sie errichten eine Marionettenregierung, welche Maximilian, dem Bruder des Österreichischen Kaisers Franz Josef I., die Kaiserwürde Mexikos anträgt. Dieser nimmt an und wird Kaiser von Mexiko. Auf Druck der Vereinigten Staaten von Amerika ziehen die Franzosen, die einzigen Garanten der Macht Maximilians, 1866 ihre Truppen zurück. Maximilian wird 1867 besiegt und hingerichtet. Nach dem Sieg der Mexikaner über die europäischen Invasoren wird Benito Juarez wieder Präsident. Dieses Amt übt er bis 1872 aus. Nachfolger Juarez´ wird Juan Nepomuceno Mendez bis 1877. Im folgt Porfirio Diaz, der in der Folgezeit faktisch eine Diktatur in Mexiko errichtet. Diaz tritt erst 1911 auf großen Druck der Mexikanischen Revolution als Präsident von Mexiko zurück.

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